Umweltschutz in der Medizin

21. Juni 2026 | Chemie, Klimawandel

Unsere moderne Medizin belastet an vielen Stellen die Umwelt

Das Bild zeigt eine Tube mit Diclofenac-Schmerzgel Diclofenac als Gel ist eine Umweltbelastung  (Scienia58 / Wikimedia)

Umweltschutz in der Medizin

Der Gesundheitsbereich ist für unser Land und unsere Gesellschaft extrem wichtig. Was vielen nicht so klar ist: es ist auch einer der größten Verbraucher an Energie, Ressourcen und Verursacher von umweltbelastenden Schadstoffen. Natürlich kann und möchte man vieles nicht ändern. Aber ohne Einbußen an Qualität in der Versorgung lassen sich viele Umweltschäden verhindern und Ressourcen einsparen.

Hier ein paar Vorschläge:

  • Entsorgen sie keine Medikamente in der Toilette! Die Kläranlagen können Medikamente nicht ausfiltern. Besser ist es, sie werfen Medikamente in den Hausmüll, so dass sie bei hohen Temperaturen verbrannt werden.
  • Meiden Sie Gel oder Creme mit Diclofenac („Voltaren“) gegen Schmerzen. Es wird beim Duschen ins Abwasser gespült und gelangt so in die Umwelt. Insbesondere Vögel leiden darunter. Diclofenac-Gels haben Experten nie von Ihrer Wirkung überzeugt, deshalb werden sie auch nicht von den Krankenversicherungen erstattet. Unser Rat: Verwenden Sie bei Gelenkschmerzen Arnica- oder Beinwell-Salben.
  • Meiden Sie unnötige Untersuchungen mit Kontrastmittel. Röntgenkontrastmittel schaden nicht nur der Umwelt. Sie sind auch für den Körper belastend, zum Beispiel für die Nieren und die Schilddrüse. Stellen Sie sich und dem Arzt oder der Ärztin die Frage, ob die gewünschte Untersuchung wirklich nötig ist und ob sie eine Konsequenz hätte. Eine Computertomographie machen zu lassen, nur „damit man mal weiß, was man da hat“ ist nicht sinnvoll. Sehr fortschrittliche Röntgenpraxen geben Ihren Patienten ein Gefäß zur Entsorgung des Urins mit, der im Anschluss an die Untersuchung gelassen wird. So kann der kontrastmittelbelastete Urin korrekt entsorgt werden.
  • Brauche ich dieses Medikament wirklich? Brauche ich diese Packungsgröße oder geht es auch kleiner?
  • Nehmen Sie lieber Omeprazol als Pantoprazol (Pantoprazol ist eine Fluorverbindung, die in der Umwelt schlecht abgebaut wird). Omeprazol ist bei gleicher Milligramm-Zahl zudem doppelt so gut wirksam.
  • Meiden Sie, wenn es geht, Dosieraerosole. Von der Wirkung sind Pulverinhalatoren ohnehin besser. Nur bei sehr schlechter Lungenfunktion kann es sein, dass nicht mehr die Kraft besteht, das Pulver richtig zu inhalieren. Dann kann ein Dosieraerosol besser sein.
  • Viele Probleme in der Medizin lassen sich auch ohne Medikamente lösen, als Arzt kann ich Ihnen das versichern. Viele Gichtmittel ließen sich einsparen, wenn die Betroffenen mehr Wasser trinken würden. Viele Schmerzmittel ließen sich einsparen, wenn stattdessen etwas Gymnastik gemacht würde. Viele Diabetesmittel könnte man einsparen, wenn man auf zuckerhaltige Getränke verzichtete. Das alles wäre auch für viele Patienten die bessere Therapie. Ohne Nebenwirkungen.
  • Besprechen Sie diese Ratschläge mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt, wenn Zweifel bestehen.
  • Fragen Sie sich immer: BRAUCHE ich das? Brauche ich DAS? Brauche ICH das?
  • Infos zum Thema Umwelt und Medizin findest Du auch unter: 

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